Lie­be braucht Mut

liebe

Tief geliebt zu wer­den, macht uns stark,
wäh­rend tief zu lie­ben, uns mutig macht.” (Lao­tse)

Dar­an kön­nen wir tie­fe und wahr­haf­ti­ge Lie­be erken­nen. Lie­be macht mutig, und sie ist nichts für Feig­lin­ge. Wah­re Lie­be zeigt sich nicht in Wor­ten, son­dern vor allem in Taten. Ohne Taten sind Wor­te ein­fach nur lee­re Wort­hül­sen, ohne Inhalt … und ein muti­ger Mensch ist zu allen Taten bereit. Da gibt es dann kein Wenn und Aber, kei­ne Ausreden.

Lie­be erfor­dert Mut, sie ist nichts für Feig­lin­ge, die aus Angst und Bequem­lich­keit in ihrer Kom­fort­zo­ne ver­wei­len und an ihren ver­al­te­ten Denk-und Ver­hal­tens­mus­ter sowie unwah­ren Glau­bens­sät­zen, Kon­di­tio­nie­run­gen und neu­ro­ti­schen Wahr­neh­mun­gen festhalten.

Wenn wir lie­ben, las­sen wir alles zurück und wagen uns ins Unge­wis­se. Da gibt es kei­ne Sicher­hei­ten, kei­ne Kon­trol­le, son­dern nur noch den Sprung ins kal­te Was­ser, ohne zu wis­sen was uns erwar­tet. Das macht Angst,denn wer sich öff­net, macht sich ver­letz­lich. Also schüt­zen wir uns wei­ter­hin! Aber zu wel­chem Preis? Wir leben in Zweck­ge­mein­schaf­ten und han­deln einen Ver­trag aus, in dem es heißt: “Wenn du dich so ver­hältst, wie ich es möch­te und mir bloß nicht zu nahe kommst, bekommst du von mir Aner­ken­nung, Sex, Sicher­heit und Geborgenheit.”

Pure Berech­nung, wenn auch oft — nicht immer — unbe­wusst! Wirk­li­che, ech­te Nähe und Ver­bun­den­heit wird somit aus-geschlos­sen. Du fühlst dich zwar sicher, aber es ist nur eine Schein­si­cher­heit, ohne Echt­heit! Letzt­end­lich lebst du in einer Abhän­gig­keit, in einer Illu­si­on und nennst das dann Lie­be. Dabei ist es viel­mehr eine Art Sucht nach der eige­nen Bestä­ti­gung. Ein Tausch­han­del! Das, was du dir selbst nicht geben kannst, wird im Außen gesucht — doch wirk­lich fin­den kannst du es nur in dir selbst.

Lie­be als Heilung

Wir ver­wei­gern uns somit die Chan­ce unse­re tiefs­ten Ängs­te und Wun­den zu hei­len. Denn tief zu lie­ben bedeutet:

  • Sich sei­nen Ängs­ten bzw. inne­ren Dämo­nen stellen.
  • Alles aus­spre­chen
  • Sich nackt zei­gen (nicht nur körperlich!).
  • Nicht nach Vor­stel­lun­gen Ande­rer zu leben und ihre Bedin­gun­gen erfül­len, nur um zu gefal­len, nur für ein biss­chen Lie­be — auch auf die Gefahr hin von mei­nem Gegen­über abge­lehnt zu werden.

Die Lie­be geht die­ses Risi­ko ein! Sie ist mutig, denn sie weiß um ihren eige­nen Wert. Sie gibt sich nicht mehr mit fau­len Kom­pro­mis­sen zufrie­den. Sie hat das ein­fach nicht nötig, da sie sich selbst erfüllt. Sie han­delt kei­ne Ver­trä­ge aus! Sie ist nicht mehr dar­auf ange­wie­sen Lie­be zu erhal­ten, sie gibt des Gebens Wil­len, und das reicht ihr vollkommen.

Die Lie­be geht die­sen Ent­wick­lungs­pro­zess und ist auch bereit den Schmerz aus­zu­hal­ten, der sich auf die­sem Weg zeigt. Sie nimmt die­se Schmer­zen an, weil sie weiß, dass sie Bot­schaf­ten der See­len beinhal­ten und nach Hei­lung rufen. Sie weiß, dass die inne­re Wun­de der Ort ist, wo das Licht in dich tritt, damit Hei­lung gesche­hen kann.

Nimm es an, hal­te sie aus, um davon geheilt zu wer­den. Stell dich dei­nem Schat­ten! Die Angst wird mit der Zeit immer mehr wei­chen, und in dir wird sich dein wah­res Wesen, dei­ne wah­re Schöp­fer­kraft, entfalten.

Trau dich und lass es zu!
Wer­de ein wahr­haft Liebender.
Lass dein Ver­trau­en grö­ßer werden
als dei­ne Angst.
Habe Mut,
denn Lie­be braucht Mut
und ver­langt dei­ne völ­li­ge Hingabe.

© Güler Temiz

Bild­quel­le

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: Content is protected !!