Das Erwa­chen aus den Lügen

erwachen

Das Erwa­chen ist die befrei­ends­te, ent­frem­dends­te, quä­lends­te, ermäch­ti­gends­te, ein­sams­te, ver­wir­rends­te, befrei­ends­te, beängs­ti­gends­te und weit­rei­chends­te Rei­se überhaupt.

Wenn du damit zu kämp­fen hast, die­sen gan­zen Wahn­sinn zu ver­ar­bei­ten, dann musst du wis­sen, dass du nicht allein damit bist!

Nie­mand spricht über die Dun­kel­heit, die das Erwa­chen beglei­tet, oder über die Trau­er, die damit ein­her­geht. Man trau­ert nicht nur um das Leben und die Illu­sio­nen, die man mal hat­te, son­dern auch um die Erkennt­nis, dass fast alles, was man einst zu ken­nen glaub­te, eine LÜGE ist.

Die Über­zeu­gun­gen, an denen man fest­ge­hal­ten hat, die Men­schen, denen man zu ver­trau­en gelernt hat, die Prin­zi­pi­en, die einem bei­gebracht wur­den — ALLES LÜGEN.

Die Zer­schla­gung von Illu­sio­nen ist sel­ten eine ange­neh­me Erfah­rung. Es gibt eine beträcht­li­che Men­ge an Unbe­ha­gen, das mit dem Wachs­tum ein­her­geht. Und der Trau­er­pro­zess hört damit nicht auf. Mit die­sen neu gewon­ne­nen Erkennt­nis­sen trau­ert man dann wie­der von vorne.

Man trau­ert um den Ver­lust vie­ler Bezie­hun­gen zu Men­schen, die es ein­fach nicht “sehen” wol­len und kön­nen. Man fühlt sich allein, wird lächer­lich gemacht und beschämt, nicht nur von der brei­ten Mas­se, son­dern auch von der eige­nen Fami­lie und Freun­den. Man hat das Gefühl, mit den Men­schen, die einen umge­ben, nicht mehr viel gemein­sam zu haben.

Es fällt einem schwer, mit den­je­ni­gen, die noch im Tief­schlaf sind, nutz­lo­se und ober­fläch­li­che Gesprä­che zu füh­ren, denen es an Sub­stanz fehlt. Man­che trau­ern sogar um den Ver­lust ihrer Unwis­sen­heit — denn “Unwis­sen­heit ist Glück”, und die Rea­li­tät ist hart.

Das Erwa­chen kann ein ein­sa­mer Weg sein, und du wirst oft fest­stel­len, dass du allein unter­wegs bist. Es gibt kei­nen Weg, es zu beschö­ni­gen — das Erwa­chen zu der Rea­li­tät die­ser Welt ist bru­tal. Du wirst dabei die gesam­te Band­brei­te mensch­li­cher Emo­tio­nen durchlaufen.

Du musst die Kunst beherr­schen, in den dun­kels­ten Kanin­chen­bau abzu­tau­chen, Infor­ma­tio­nen zu ver­ar­bei­ten, nur um wie­der her­aus­zu­kom­men und im täg­li­chen Leben zurecht­zu­kom­men — eine Fähig­keit, über die nicht oft genug gespro­chen wird.

Eini­ge von uns haben damit zu kämp­fen, dass sie sich von ihrer Fami­lie und ihren Freun­den abge­kop­pelt füh­len, als ob sie in einer ande­ren Welt leben würden.

Wenn du dich wie­der­erkennst bit­te weiß, dass du nicht allein bist! Du bist nicht nur nicht allein, es gibt sogar sehr vie­le von uns. Wir mögen durch Abstand getrennt sein, aber wir sind zutiefst mit­ein­an­der verbunden.

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