Das Hei­li­ge Römi­sche Reich: Ein Fake

heiliges römisches reich

Das Hei­li­ge Römi­sche Reich bestand von 962 bis 1806 offi­zi­el­ler Zeit­rech­nung. Es umfass­te die König­rei­che Deutsch­land, Ita­li­en, Böh­men und Bur­gund. Selt­sa­mer­wei­se schrieb Vol­taire ein­mal: “Das Hei­li­ge Römi­sche Reich war weder ein Hei­li­ger, noch ein Römer, noch ein Impe­ri­um.”

His­to­ri­ker behaup­ten, dass die Kar­te von Clau­di­us Pto­le­mä­us aus dem zwei­ten Jahr­hun­dert in der hel­le­nis­ti­schen Gesell­schaft bekannt war. Tat­säch­lich aber wur­de die aktu­el­le Form der Kar­te nach 1295 (tau­send Jah­re spä­ter) von Mön­chen aus Byzanz unter der Lei­tung von Maxi­mus Pla­nu­des auf der Grund­la­ge der Koor­di­na­ten von Pto­le­mä­us rekonstruiert.

Das 15. Jahr­hun­dert mit euro­päi­schen Kar­to­gra­phen ist die nächs­te Sta­ti­on des Hei­li­gen Römi­schen Rei­ches. Die Rol­le des Vor­bilds war auch die von Pto­le­mä­us, also began­nen sie, Kar­ten zu dru­cken. Aber auch ande­re alte Kar­to­gra­phen tauch­ten in der Ver­gan­gen­heit auf.

Eine Kar­te zum Bei­spiel stammt aus dem Jahr 1540. Ihr Autor ist Müns­ter Sebas­ti­an, der von 1448 bis 1552 leb­te. Rechts sind die “alten” römi­schen Pro­vin­zen Gal­lia Bel­gi­ca, Gal­lia Aqvi­ta­nia, Nie­der­ger­ma­ni­en, Ober­ger­ma­ni­en (auf dem Gebiet des heu­ti­gen Frank­reichs) und Ger­ma­niae Magnae Pars zu sehen. Lucotea oder Lute­cia ist das alte Paris, wäh­rend Sequa­na der alte Name für die Sei­ne ist.

Offi­zi­ell exis­tier­ten alle die­se Namen außer Deutsch­land vor dem 5. Jahr­hun­dert nicht mehr, daher wäre es natür­lich sinn­voll, wenn die Kar­te nach dem Ori­gi­nal von Pto­le­mä­us wäre.

Eine ande­re Kar­te hat einen etwas ande­ren Stil. Sie ist von 1595, ihr Autor ist Giu­sep­pe Rosac­cio. Hier sehen wir neu erwähn­te Regio­nen wie

  • die kel­ti­sche Nor­man­die (Nord­west­frank­reich),
  • die Schweiz
  • Rhe­tia (heu­te Teil meh­re­rer Länder)
  • eini­ge deut­sche Regio­nen wie West­fa­len, Fries­land, Hes­sen und Fran­ken. Inter­es­san­ter­wei­se haben die­se Regio­nen ihre Namen bis heu­te beibehalten.

Die letz­te Kar­te in die­ser Rei­he mit den meis­ten bekann­ten Regi­ons­na­men stammt aus dem Jahr 1619. Der ursprüng­li­che Autor ist dies­mal Anto­ni­nus Augustus.

Spä­ter fand ich ande­re Kar­ten. Das war inter­es­sant, weil es offen­sicht­lich war, dass die neu­en Kar­to­gra­fen in der heu­ti­gen Zeit began­nen, ihre eige­nen Kar­ten zu erstel­len … oder alle die­se Kar­ten wur­den in der heu­ti­gen Zeit erstellt … Denn nach 1619 muss etwas pas­siert sein, das die Welt der Kar­to­gra­fen für immer ver­än­dert hat.

Der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg

Er begann am 23. Mai 1618, ende­te am 15. Mai 1648 und töte­te laut offi­zi­el­len Quel­len 8 Mil­lio­nen Men­schen. Dabei ist er eines der größ­ten Rät­sel. Im 18. Jahr­hun­dert ver­such­ten es  Goe­the und Schil­ler zu ver­ste­hen. Denn nie­mand wuss­te wirk­lich, was damals geschah.

Danach änder­te sich die Geschich­te erneut. Polen taucht lang­sam auf den Kar­ten auf, Deutsch­land wird klei­ner. Der größ­te Teil Euro­pas wird mit ver­än­der­ten Namen gezeigt, mit Aus­nah­me von Deutsch­land und Spanien.

Viel­leicht, weil die alten ost- und west­go­ti­schen König­rei­che tat­säch­lich die bei­den König­rei­che waren, die in der offi­zi­el­len Geschich­te künst­lich um 1.000 Jah­re in der Zeit zurück­ge­scho­ben wur­den? Die Geschich­te des 5. Jahr­hun­derts setz­te sich bis ins 16. Jahr­hun­dert fort. Das war nötig, um eini­ge gro­ße Kata­stro­phen zu vertuschen.

Die, die ihren Namen änder­ten, stan­den unter der Kon­trol­le von Fäl­schern — wäh­rend König­rei­che der alten Ord­nung wie das goti­sche Spa­ni­en und Deutsch­land oder Tar­ta­ria von der Büh­ne ent­fernt wur­den oder ihre Geschich­te unter dem Hei­li­gen Römi­schen Reich neu erfun­den (gefälscht) wur­de. Tar­ta­ria wur­de zu Beginn sei­nes Nie­der­gangs von meh­re­ren gro­ßen Kata­stro­phen heim­ge­sucht, und die Ver­schwö­rung war bereit, rus­si­sche Län­de­rei­en zu übernehmen.

Es gab eini­ge kri­ti­sche Momen­te in der Geschichte
aber ich den­ke, die­se Zeit im 17. Jahr­hun­dert war ein letz­ter Schlag für die Vor­be­rei­tung der ange­kün­dig­ten Welt­herr­schaft der Kräf­te um den Vati­kan und den Kirchenstaat.

(Über­setzt und adap­tiert von Born Curious)

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