Gleichberechtigung? Natürlich, aber …

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Wie ist es um die Gleichberechtigung in Deutschland bestellt? In einem der ersten Artikel des Grundgesetzes steht zu lesen: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“ (Art. 3 GG (1) und noch als zusätzliche Verdeutlichung: „ Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ Art.3 GG (2). So steht es im Grundgesetz.

Aber weder sind in Wirklichkeit alle Menschen „gleich“, noch sind Männer und Frauen „gleichberechtigt“.Aber wie sieht denn zunächst einmal die Gleichberechtigung Definition aus? Laut der Wikipedia kannst du unter diesem Begriff die Gleichheit verschiedener Rechtssubjekte in einem bestimmten Rechtssystem verstehen.

Ein Rechtssystem ist dabei die Gesamtheit des Rechts, das in einem bestimmten Gebiet (hier: Deutschland) gilt. Aber was soll denn ein Rechtssubjekt sein? Warum wird hier nicht einfach von Menschen gesprochen? Vielleicht deshalb, weil die Gleichberechtigung von Mann und Frau noch immer mit Füßen getreten wird?

Als Frau bist du oft der Doppelbelastung von Beruf und Familie ausgesetzt. Die Zeit, die Frauen in Haushalt und Kindererziehung investieren, gilt vor dem Staat als „Freizeit“ und wird nicht entlohnt. Und im Berufsleben musst du als Frau nachweislich mindestens das Doppelte leisten, um annähernd soviel wie ein vergleichbarer Mann zu verdienen. Unterschiede der Löhne und Gehälter von bis zu 21 % sind der Standard, nicht die Ausnahme. Und diese Zahl ist hochoffiziell, denn sie stammt vom Statistischen Bundesamt. Auch bei Beförderungen in die Führungsetagen oder in leitende Positionen ist der Anteil der Frauen verschwindend gering.

Aufgrund dieser Tatsachen sind Frauen – vor allem allein Erziehende – später viel öfter von Altersarmut bedroht als Männer.

Gleichberechtigung in Deutschland? Fehlanzeige!

Auch in der Gesellschaft ist Gleichberechtigung nur ein leeres Schlagwort. Menschen mit Behinderung stoßen täglich auf Einschränkungen: Sei es beim Behördengang oder in der Freizeitgestaltung. Mangelnde Barrierefreiheit führt dazu, dass diese Menschen oft in ihren Wohnungen „gefangen“ sind und vereinsamen. Denn sie haben keine Chance, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen.

Darüber hinaus haben homo- und bisexuelle Jugendliche eine deutlich höhere Selbstmordrate als so genannt „normal“ empfindende Jugendliche. Vom Gender-Geschlecht möchte ich hier gar nicht erst anfangen.

Bei Bewerbungen werden oft Menschen mit ausländisch klingendem Namen, anderer Hautfarbe oder Aussehen sofort vom zukünftigen Arbeitgeber aussortiert oder nur für geringwertige Jobs herangezogen. Sie werden nicht zu Bewerbungsgesprächen eingeladen, auch wenn sie der deutschen Sprache mächtig sind.

Auch unser Bildungssystem ist auf reiche Mitbürger ausgerichtet. Eltern, die das nötige Kleingeld haben, können ihren Sprösslingen den Zugang zu Privatschulen ermöglichen und Nachhilfe finanzieren. Und das, während die Kinder ärmerer Familien diese Möglichkeiten nicht haben. Sie sind von höherer Bildung und damit einem besseren Verdienst ausgeschlossen.

Es ist mir klar, dass nicht alle Menschen gleich sind. Das geht schon allein anatomisch nicht. Auch in der Bildung und Auffassungsgabe gibt es Unterschiede. Aber alle Menschen sind doch wohl„gleichwertig“!


Mein Traum ist, dass jeder Mensch nach seinen vorhandenen Gegebenheiten gleichwertig behandelt wird – sowohl von Staats wegen, als auch in der Gesellschaft. Das nenne ich GLEICHBERECHTIGUNG. Gleiche Rechte für Alle.

Dies ist ein Gastbeitrag von Andrea Fischer, Gefrees.

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