Eine mys­te­riö­se Erweckung

erweckung

Die Erwe­ckung, die man ver­schie­dent­lich auch “Erleuch­tung”, “Ein­wei­hung” oder “Offen­ba­rung” nennt, hat  eine lan­ge Tra­di­ti­on. Wenn du dich mit dem The­ma bereits beschäf­tigt hast, kennst du sicher die­sen zeit­lo­sen Roman, des­sen auf­rüt­teln­de Hand­lung teil­wei­se im alten Ägyp­ten ange­sie­delt ist.

Wie sag­te mal ein Bezie­hungs-Bera­ter? “Leu­te, wacht bit­te auf! Seht euch euren Part­ner an. Genau­er. Und dann, zum Kuckuck, hört end­lich auf, in einen Ein­zi­gen so viel rein zu inter­pre­tie­ren.”

Guter Tipp, echt jetzt! Aber was ist, wenn da jemand ist, in den man nicht genug rein inter­pre­tie­ren kann? Wenn da jemand ist, der zwar aus­sieht und wirkt wie ein Mensch … aber im Grun­de WIRK­lich & WAHR­haf­tig doch etwas völ­lig Ande­res ist? Und Nein: Das ist KEIN bil­li­ger Werbe-Spruch.

Sied­le die Hand­lung die­ses Buches am bes­ten zwi­schen allen Stüh­len an. Wie du bald bemer­ken wirst, ist sie nicht nur mensch­lich abgrün­dig und dadurch anre­gend, son­dern vor allem höchst ket­ze­risch! Denn wie kann der Autor es denn über­haupt wagen, nicht weni­ger als eine Geschich­te von Allem erzäh­len zu wol­len — die noch dazu wirk­lich und wahr­haf­tig genau­so statt­ge­fun­den haben soll (okay, zu ca. 80 bis 90 Prozent)?

Vicky, die Hel­din des “Romans”, sieht sich ganz all­täg­li­chen Erleb­nis­sen gegenüber:

  • Job
  • Rei­sen
  • Musik genie­ßen
  • Essen gehen
  • feucht-fröh­li­che Kneipenabende
  • hei­ße Disconächte
  • Freund­schaf­ten
  • Lie­be
  • Tod

die sie jedoch bald nicht mehr wie die Mehr­heit der Men­schen inter­pre­tiert. Denn frei nach Ken Wil­bers “Leh­re der drei Augen der Erkennt­nis” kann alles, was geschieht, auf drei ver­schie­de­ne Arten begrif­fen werden:

  • die natur­wis­sen­schaft­li­che
  • die geis­tes­wis­sen­schaft­li­che
  • die spi­ri­tu­el­le

Und genau­so soll die­se Geschich­te auch gele­sen und vor allem ver­stan­den wer­den. Der  Schreib­stil ähnelt in wei­ten Tei­len viel­leicht am Ehes­ten einer ernst­haf­ten Sati­re mit gewal­ti­gen Pri­sen von abge­dreh­tem Mind­fuck. Es fin­den sich zu etwa glei­chen Tei­len aber auch theo­lo­gisch-psy­che­de­li­sche Sequen­zen, hohe Phi­lo­so­phie, Fan­ta­sy, alber­ner Slap­stick-Humor, regel­rech­te Häre­sie und sogar theo­lo­gi­sche Exege­se in Form kur­zer Sto­rys im Stil des ´Lie­bes­kon­zil´ eines Oskar Paniz­za … das Gan­ze abge­schmeckt mit einem groß­zü­gi­gen Schuss magisch gehei­men Wis­sens. Zuletzt spart der Autor nicht mit schar­fer Gesell­schafts­kri­tik, wo sie ihm ange­bracht erscheint.

Alles in Allem: Die­ses Buch han­delt von Situa­tio­nen, die außer­ge­wöhn­lich, absurd oder völ­lig ver­rückt schei­nen. Einen sol­chen Roman hast du noch nicht und wirst ihn auch kein zwei­tes Mal fin­den.  Denn er han­delt von einem rich­tig gro­ßen Aben­teu­er des Geistes!

Bild­quel­le

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.