Was sind Hal­ben­gel und Halbdämonen?

halbengel

Über Engel und Dämo­nen ist schon viel geschrie­ben wor­den. Engel, so ist all­ge­mein bekannt, kön­nen nur lie­ben und gehö­ren zur guten Sei­te, Dämo­nen sind jedoch das Gegen­teil von Engeln, kön­nen nur has­sen und gehö­ren damit zum Bösen.

Bei­de Sei­ten gehen sich nor­ma­ler­wei­se tun­lichst aus dem Weg. Das liegt zum einen dar­an, dass bei­de über enor­me Kräf­te ver­fü­gen, die in einem direk­ten Kampf für bei­de Sei­ten ver­hee­ren­de Fol­gen haben kön­nen, zum ande­ren dar­an, dass Dämo­nen sich auch unter­ein­an­der bekämp­fen und damit schon genug zu tun haben.

Daher ist es für bei­de loh­nen­der, Men­schen für ihre Zie­le ein­zu­set­zen. Wäh­rend Engel bestrebt sind, das Gute im Men­schen zu stär­ken und hilf­reich zur Sei­te zu ste­hen, sind Dämo­men eher dar­auf aus, Men­schen zu bösen Taten zu ver­füh­ren und unter ihren Hass zu stei­gern. Manch­mal ver­ste­hen sie sich sogar so gut mit dem Men­schen, dass es zu einer eigent­lich ver­bo­te­nen Annä­he­rung kommt, das Ergeb­nis davon sind Hal­ben­gel bzw. Halbdämonen.

Die­se Halb­we­sen ver­hal­ten sich als Kin­der ganz nor­mal und unauf­fäl­lig. Aber wäh­rend sie her­an­wach­sen, wird ihnen mehr und mehr bewusst, dass sie irgend­wie anders sind als die ande­ren Jugend­li­chen, beson­ders wenn sie Kräf­te und Fähig­kei­ten an sich ent­de­cken, die Men­schen nor­ma­ler­wei­se nicht haben. Ob und wie sie die­se nut­zen, und wie sie von ihrer  wah­ren Her­kunft erfah­ren, hängt stark vom mensch­li­chen Eltern­teil ab, bei dem sie zuerst aufwachsen.

Hal­ben­gel haben es hier leich­ter, denn sie wer­den von den Engeln genau­so respek­tiert und will­kom­men gehei­ßen wie ech­te Engel, Halb­dä­mo­nen dage­gen wer­den von den ech­ten Dämo­nen eher aus­ge­grenzt, weil die­se ihre mensch­li­che Sei­te has­sen, und nur dann ernst genom­men, wenn sie für einen bestimm­ten Zweck gebraucht werden.

Hal­ben­gel als Menschen

Im All­ge­mei­nen sind weder Hal­ben­gel noch Halb­dä­mon wirk­lich glück­lich mit ihrer Exis­tenz. So erlebt der Hal­ben­gel, dass sei­ne engel­haf­te Sei­te immer lie­ben, ver­trau­en, ehr­lich sein, ver­zei­hen und hel­fen will, wäh­rend sei­ne mensch­li­che Sei­te erle­ben muss, dass die­se Eigen­schaf­ten oft aus­ge­nutzt werden.

Beim Halb­dä­mon dage­gen sehnt sich sei­ne mensch­li­che Sei­te nach Lie­be und Aner­ken­nung, wäh­rend sei­ne dämo­ni­sche immer nur has­sen, miss­trau­en, lügen, bestra­fen und beherr­schen will. Stär­ker noch als bei nor­ma­len Men­schen sind die Halb­we­sen zwi­schen ihren Sei­ten hin- und her­ge­ris­sen, wes­halb es auch logisch ist, dass ein Hal­ben­gel nicht unbe­dingt ein guter Mensch sein muss und ein Halb­dä­mon nicht zwangs­läu­fig ein schlechter.

Sowohl Hal­ben­gel als auch Halb­dä­mon gelan­gen irgend­wann an einen Punkt, an dem sie sich ent­schei­den müs­sen, ob sie lie­ber den mensch­li­chen Weg oder den über­na­tür­li­chen gehen wol­len. Der über­na­tür­li­che Weg ist reiz­vol­ler, aber auch gefähr­li­cher, denn es besteht immer die Gefahr zu fal­len. Das kann für bei­de sehr unan­ge­neh­me Fol­gen haben, denn Hal­ben­gel, die auf­grund zu vie­ler böser Taten von den Engeln ver­sto­ßen wer­den, sind den Dämo­nen schutz­los aus­ge­setzt und wer­den oft zu deren Spiel­ball. Es sei denn, es gelingt ihnen, kom­plett die Sei­te zu wech­seln (wofür sie eine Rei­he schwe­rer Prü­fun­gen bestehen müssen).

Genau­so ergeht es Halb­dä­mo­men, es sei denn, sie kön­nen die Engel durch das Bestehen von Prü­fun­gen über­zeu­gen, sich nur noch für das Gute ein­zu­set­zen. Das Wech­seln der Sei­ten ist aber schwer und daher pas­siert es sehr selten.

Haben sich Hal­ben­gel oder Halb­dä­mon für den mensch­li­chen Weg ent­schie­den, sind bei­de dar­in bestrebt, sich ihre über­na­tür­li­che Kräf­te nicht anmer­ken zu las­sen und die Gefüh­le ihrer über­na­tür­li­chen Hälf­te mög­lichst zu ver­ber­gen, um ihre Mit­men­schen nicht in Angst zu ver­set­zen. Die­se neh­men sie dann aller­dings meis­tens als eigen­bröt­le­risch wahr. Für den Halb­dä­mon ist das weni­ger ein Pro­blem, weil ihn Allein­sein nicht stört, einen Hal­ben­gel, der sich gern um Ande­re küm­mert, dage­gen schon.

Des­halb suchen sich die meis­ten Hal­ben­gel einen Beruf, der ihren Nei­gun­gen zwar ent­ge­gen­kommt, aber auch Distanz zulässt, z. B. im medi­zi­ni­schen Bereich, der Kir­che oder im Fluggastbetrieb.

Hal­ben­gel und die Liebe

Lässt sich ein Mensch mit einem Hal­ben­gel oder Halb­dä­mon ein und wird zu des­sen Part­ner, muss er eini­ges an Tole­ranz und Ver­trau­en mit­brin­gen. Hal­ben­gel lie­ben Licht und Wär­me, Käl­te und Dun­kel­heit sind nichts für sie, sind tagak­tiv, klei­den sich gern hell und bunt, mögen kei­nen Streit und kei­ne Lügen (selbst wenn sie ihnen nut­zen wür­den), sind sehr lei­dens­fä­hig, offen und neu­gie­rig, haben einen aus­ge­spro­che­nen Hang zu Gesel­lig­keit, Zwei­sam­keit und Gerech­tig­keit, flie­gen gern und sind auch im tiefs­ten Unglück noch optimistisch.

Halb­dä­mo­nen dage­gen füh­len sich eher zu Dun­kel­heit hin­ge­zo­gen und sind käl­te­un­emp­find­lich, eher nacht­ak­tiv, klei­den sich ein­far­big und dun­kel, arbei­ten häu­fig in für vie­le Men­schen eher unat­trak­ti­ven Beru­fen wie Bestat­tungs­un­ter­neh­mer, Nacht­wäch­ter oder Foren­si­ker, sind eher ver­schlos­sen, manch­mal zynisch, leicht reiz­bar, mei­den Gesel­lig­keit, sind ab und zu auch gern allein, füh­len sich auch unter­ir­disch wohl und nei­gen zu Miss­trau­en und Melancholie.

Kin­der, die aus der Ver­bin­dung von Mensch und Hal­ben­gel oder Halb­dä­mon ent­ste­hen, sind aller­dings wie­der nor­ma­le Kin­der, weil die über­na­tür­li­chen Kräf­te nicht erb­lich sind. Fest steht jeden­falls: Wenn es einem gelingt, die Freund­schaft eines Hal­ben­gels oder Halb­dä­mons zu gewin­nen, kann man sich ihrer Treue sicher sein, denn nichts ist ihnen eine so gro­ße Stüt­ze wie jeman­den zu haben, der sie versteht.

Bild­quel­le

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

error: Content is protected !!