Wozu die­nen schwar­ze Spiegel?

schwarze spiegel

Schwar­ze Spie­gel wur­den laut geschrie­be­ner Geschich­te aus polier­tem Obsi­di­an gefer­tigt und 1530 von Her­nan­do Cor­tés nach der Erobe­rung Mexi­kos nach Euro­pa gebracht. Azte­ki­sche Pries­ter nutz­ten die­se schwar­ze Leucht­kraft, um Visio­nen oder Pro­phe­zei­un­gen zu erzeu­gen, und um mit den Toten in Kon­takt zu blei­ben. John Dee, ein Okkul­tist des Jahr­hun­derts, sprach mit Engeln oder viel­leicht Dämo­nen durch einen Spie­gel, und die erschei­nen­den Wesen ver­lang­ten die Geschich­te bestimm­ter phy­si­scher Din­ge im Aus­tausch für Informationen.

Die obi­gen his­to­ri­schen Beschrei­bun­gen wider­spre­chen etwas damit, dass die Sola Bus­ca Tarot­kar­te aus den 1400er Jah­ren, die Köni­gin der Mün­zen in einem ähn­li­chen Gerät aus­sieht, sowie etwa 1530. Der schwar­ze Spie­gel ist auch auf dem vor­her gemal­te­ten Bild zu finden.

Meh­re­re Bil­der zei­gen eine ganz ande­re Sze­ne im Spie­gel, nicht das Bild des unmit­tel­ba­ren Spie­gels. Bei eini­gen Krea­tio­nen sehen sich meh­re­re Men­schen die Sze­ne im Spie­gel an, als ob wir aus alten Zei­ten fern­se­hen wür­den. Ande­re Bil­der zei­gen Sze­nen, die eher ähn­lich sind wie Video­an­ru­fe. Das Bild mit dem Titel Ötvös sieht aus wie eine Über­wa­chungs­ka­me­ra vor dem Laden im Obsi­di­an. Die­se “Kurio­si­tä­ten” wer­den von den “Exper­ten” ohne wei­te­re Erklä­rung ein­fach Ano­ma­lien genannt.

Viel­leicht war der gebo­ge­ne obsi­di­an­schwar­ze Spie­gel ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel der Ver­gan­gen­heit? Die­se alte Tech­no­lo­gie wird heu­te noch für den glei­chen Zweck ver­wen­det, aber in ver­schie­de­nen For­ma­ten pas­send zur Gegenwart …

Schwar­ze Spie­gel in run­den, kon­ve­xen, unver­wech­sel­ba­ren Rah­men sind heut­zu­ta­ge nur noch in Gemäl­den zu sehen. Ein ähn­li­cher Spie­gel ist aber auch in Tem­peln zu sehen: Ein schwar­zer Tex­ti­li­en im deko­ra­ti­ven Rah­men ist mit einer ein­fa­chen Glas­plat­te oder schwarz auf der Innen­far­be und auf der Glas­schei­be. An eini­gen Stel­len wur­den win­zi­ge Hei­li­gen­res­te unter das Glas­blatt mit getrock­ne­ten Kräu­tern gelegt. Hier hum­pelt nur, dass die inne­re Unord­nung nicht in den barock­rei­chen Rah­men passt.

Mephis­tó stellt Faust, die schöns­te Frau der Welt, Hele­na, durch einen “Magi­schen Spie­gel” vor. Er ver­spricht Faust, Hele­na zu hei­ra­ten, wenn er ihre See­le ver­kau­fen will. Die­ses Dra­ma basiert auf einem jahr­hun­der­te­al­ten Werk von Chris­to­pher Marlowe.

Kann es sein, dass der Schritt­spie­gel von Schnee­witt­chen rea­lis­ti­scher ist als das Mär­chen? Tat­sa­che ist, dass gerahm­ter, gla­sier­ter schwar­zer Samt heu­te zur Wahr­sa­ge­rung, zum Rezi­tie­ren der Ver­gan­gen­heit oder sogar zum Ent­hül­len der Geheim­nis­se der Gegen­wart ver­wen­det wird, ähn­lich wie die Suche nach einer Visi­on. Kann es sein, dass die­se Akti­vi­tät und das Talent ein­mal jedem Men­schen gege­ben wurde?

Bild­quel­le

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