Der Fak­ten­che­cker und die fla­che Erde

faktenchecker

Kürz­lich teil­te ich auf mei­nem Face­book Account einen Bei­trag, der sich mit der fla­chen Erde beschäf­tigt. Prompt schlug der all­wis­sen­de Fak­ten­che­cker von Face­book zu und teil­te mir mit, dass mei­ne zukünf­ti­gen Bei­trä­ge mög­li­cher­wei­se wei­ter unten im Feed ange­zeigt werden.

Beson­ders kuri­os fin­de ich den Namen die­ses Fak­ten­che­ckers: “Dem­agog”. Als Dem­ago­gie (alt­grie­chisch δῆμος dēmos „Volk“ und ἄγειν agein „füh­ren“; ursprüng­lich „Volks­füh­rung“, dys­phe­mis­tisch: „Volks­ver­füh­rung“) bezeich­net man doch eigent­lich im abwer­ten­den Sinn ideo­lo­gi­sche Het­ze, beson­ders im poli­ti­schen Bereich.

Oh, die Fra­ge nach der Form der Erde ist poli­tisch? Interessant.

Die dem­ago­gi­schen Fak­ten­che­cker klä­ren auf: “Die Eben­heit der Erde wider­spricht allen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen, ganz zu schwei­gen davon, dass kein Anhän­ger eines fla­chen Pla­ne­ten die “Eis­wand” bereist hat, um die abge­bil­de­ten Wel­ten zu ent­de­cken, oder zumin­dest gibt es dafür kei­ne Bewei­se. Sol­che “Ver­su­che” wur­den von eini­gen Anhän­gern der Theo­rie unter­nom­men. In einem Fall erreich­te die Expe­di­ti­on nur das ita­lie­ni­sche Lam­pe­du­sa. Die Beweis­last liegt bei den Schöp­fern bestimm­ter Theo­rien. Wenn die Erde flach wäre, wür­de vie­les ganz anders lau­fen oder gar nicht funk­tio­nie­ren. Phä­no­me­ne wie Jah­res­zei­ten in den Hemi­sphä­ren oder der Schat­ten­wurf der Erde auf den Mond bei einer Son­nen­fins­ter­nis wären nicht beob­acht­bar (und schon gar nicht in der uns bekann­ten Form). Außer­dem ist es schwer vor­stell­bar, wie ein sol­cher Schat­ten auf einen unend­lich gro­ßen, kuchen­för­mi­gen Pla­ne­ten über­haupt fal­len wür­de.

Nun bin ich kein gläu­bi­ger Flat-Earth­ler. Als erwach­se­ner und mün­di­ger Bür­ger neh­me ich mir aber das Recht her­aus, mir mei­ne Gedan­ken machen zu dür­fen. Das tat ich schließ­lich bereits in mei­nen Büchern. Ich fin­de es auch etwas selt­sam, dass man gleich ein Ver­brei­ter böser Fake News ist, wenn man die Theo­rie der fla­chen Erde nur zur Dis­kus­si­on stellt.

Anzu­mer­ken ist, dass die pol­nisch spra­chi­ge Web­site die­ses Fak­ten­che­ckers kein Impres­sum hat, wohl aber zum Spen­den für ihre wich­ti­ge Arbeit auf­ruft. Über die Arbeit der Dem­ago­gen ist zu lesen: “Unse­re Mis­si­on ist es, Falsch­in­for­ma­tio­nen und Des­in­for­ma­tio­nen zu bekämp­fen und den Bür­gern zuver­läs­si­ge, unpar­tei­ische und veri­fi­zier­te Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Durch die Auf­klä­rung der Öffent­lich­keit wol­len wir die Qua­li­tät der öffent­li­chen Debat­te in Polen erhö­hen und die höchs­ten Stan­dards för­dern, damit die Ent­schei­dun­gen der Bür­ger infor­miert und auf Fak­ten beru­hen.

Alles schön und gut. Aber von einer Orga­ni­sa­ti­on, die nicht offen­bart, wer für sie ver­ant­wort­lich zeich­net, las­se ich mir den Mund ganz sicher nicht verbieten!

Ein Gedanke zu „Der Fak­ten­che­cker und die fla­che Erde“

  1. Wir kön­nen davon aus­ge­hen, dass Fak­ten­sche­cker denen die­nen, die Tei­len und Herr­schen wol­len, denn auch der Begriff VER­SCHWÖ­RUNG — THEO­RIE wird von Fak­ten­sche­cker dif­fa­mie­ren benutzt, ob wohl es Ver­schwö­run­gen gibt, und Indi­zi­en erst­mal Theo­rien sind, die jeder Kri­mi­nal Beam­te braucht, um eine Ver­schwö­rung auf­zu­de­cken. Wer wider­spricht? Der Verschwörer! 

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