Mys­te­ri­um in Bolivien

Bereits in mei­nen Büchern erzähl­te ich dir von spek­ta­ku­lä­ren Bau­wer­ken einer unbe­kann­ten Ver­gan­gen­heit. Heu­te geht es um das so genann­te Fort bei Samai­pa­ta, San­ta Cruz in Boli­vi­en, das ein wei­te­res ech­tes Mys­te­ri­um ist. Es han­delt sich um El Fuer­te (“Das Fort”): Eine anti­ke vor­ko­lum­bia­ni­sche Ritu­al­stel­le und zugleich der größ­te bear­bei­te­te Fel­sen der Welt. Und wie­der ein­mal weiß offi­zi­ell nie­mand, wer das alles erbaute.

In Que­chua, der Spra­che der Urein­woh­ner, wird der Ort “Pe ñón de Samai­pa­ta” (“Platz der Ruhe zwi­schen den Ber­gen”) genannt.  Er besteht  aus zwei ver­schie­de­nen Berei­chen: Dem geschnitz­ten Berg­gip­fel namens  “El Fuer­te”′ für fei­er­li­che Zwe­cke und dem  Ver­wal­tungs­ge­biet dar­un­ter, bestehend aus Gebäu­den und Höfen.

Der Sand­stein­aus­fall ist etwa 220 Meter lang und 60 Meter breit. Bil­der von Tie­ren — Schlan­gen, Pumas und Jagu­ar -, geo­me­tri­sche For­men, Nischen, Kanä­le und Was­ser­re­ser­voirs vol­ler magi­scher und reli­giö­ser Bedeu­tun­gen wur­den auf sei­ner Ober­flä­che angebracht.

Außer­dem gibt es 26 Meter lan­ge Kanä­le, die an ihren Sei­ten und zwi­schen­durch von fei­ne­ren Ein­schnit­ten in Form eines Zick-Zacks beglei­tet wer­den. Wahr­schein­lich dien­te sie als Über­fluss für einen Tank, der sich im höchst­ge­le­ge­nen Teil befin­det. Wenn Was­ser durch sie fließt, sieht sei­ne Bahn wie eine sich bewe­gen­de Schlan­ge aus.

Mys­te­ri­um aus Stein

An der höchs­ten Stel­le des Fel­sens fin­det sich ein tie­fer Kreis von etwa 7 Metern Durch­mes­ser, umge­ben von einer geschnitz­ten kreis­för­mi­gen Sitz­ord­nung, die recht­ecki­ge und drei­ecki­ge Nischen enthält.

Es gab noch mehr Zah­len im Sek­tor, die Tie­re ver­tre­ten: Ein Vogel und eine Spu­len­schlan­ge. Sie sind heu­te völ­lig aus­ge­höhlt und nicht mehr zu erken­nen. Die vor­herr­schen­de Theo­rie (obwohl es Archäo­lo­gen gibt, die damit nicht ein­ver­stan­den sind) lau­tet, dass das Volk der Cha­né den Fel­sen behau­en hat. Die­se Men­schen bewohn­ten das Gebiet vor etwa 2.500 Jah­ren.  Man gaubt, dass die ers­ten Petro­gly­phen etwa 300 Jah­re vor der gän­gi­gen Zeit­rech­nung in den Fel­sen geschnitzt wurden.

Spä­ter gin­gen die Inkas eine Alli­anz mit dem Cha­né ein und grün­de­ten  eine Stadt am Rand des Fel­sens. Auch die Inka-Prä­senz hin­ter­ließ ihre Spu­ren auf dem Fel­sen. Im Süd­flü­gel gab es Res­te von Häu­sern und eine recht­ecki­ge Struk­tur, die dem Regen­bo­gen­gott geweiht wor­den sein könn­te. Bil­der von zwei Kon­do­ren und Ver­tre­tun­gen von Man­co Capac und Mama Ocllo, den mythi­schen Grün­dern des Anden­reichs, wur­den auf der Ober­sei­te des Fel­sens gefun­den. Laut der Legen­de unter­bra­chen sie in Samai­pa­ta ihren Exo­dus aus Titicaca.

Um 1540 Uhr kamen die Spa­ni­er und nann­ten den Stand­ort “El Fuer­te”. Die Fel­sen­fes­tung war um 1629 men­schen­leer, als sie die heu­te bekann­te Sied­lung Samai­pa­ta, weni­ge km ent­fernt, grün­de­ten. Was die Sym­bo­le auf dem Fel­sen bedeu­ten, ist Gegen­stand vie­ler Spe­ku­la­tio­nen: Es hät­te eine natür­li­che Stern­war­te sein kön­nen, die die land­wirt­schaft­li­chen Zyklen bestimm­te, oder auch den Ort bezeich­nen, an dem außer­ir­di­sche Schif­fe einst landen.

Bild­quel­le

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