Reliquien: Heilige Knochen und Gegenstände

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Der Ursprung des Reliquienglaubens ist im alten Babylon und Ägypten wie auch in der späteren Voodoo-Religion. Gleichwohl wird die Mumie des Papstes Johannes XXIII. noch heute im Petersdom als Ganzkörper-Reliquie verehrt. In sämtlichen modernen Staaten allerdings ist es streng untersagt, Leichen zu zerteilen und die Knochen dann zu verkaufen und auszustellen. Aber für den Vatikan gilt ein anderes, um vieles archaischeres Gesetz, nämlich das Kirchenrecht.

Im Kölner Dom siehst du einen riesigen Schrein, der mit Gold verziert ist. In ihm sollen nach der Legende die Gebeine der heiligen drei Könige liegen. Zu Königen freilich wurden diese drei Figuren erst später, eigentlich waren es Sterndeuter, also Astronomen.

Unser Begriff der Kapelle stammt vom lateinischen „capa“, was zu Deutsch einen „heiligen Mantel“ bedeutet. Gemeint ist der Mantel des Karl Martell, den die Nachfahren in einem Steinhäuschen aufbewahrten. Karl Martell (sollte er tatsächlich existiert haben) indes war kein heiliger Mann, sondern als oberster Verwalter des fränkischen Reiches ein Politiker.

Es waren also mächtige Männer, die viele Jahre nach ihrem Tod von Päpsten heilig gesprochen wurden. Um ihr Leben wurden Legenden gedichtet. Diese sollten das Volk zu einem gottgefälligen Leben anhalten. Aber wie brachte man die Menschen dazu, an die Heiligkeit lebloser Gegenstände zu glauben?

Vielleicht waren es anfangs nur Erinnerungsstücke, die mit der Zeit mehr und mehr verehrt wurden. Ein findiger Geschäftsmann kam dann eines Tages auf die Idee, eine Geschichte in Umlauf zu setzen, die von der Wundertat eines Knochens oder Mantels handelte.

Reliquien, Geld und Macht

Denn natürlich haben die „heiligen“ Hinterlassenschaften auch immer etwas mit Geld zu tun. Da ist es ganz klar, dass es auch zahlreiche Kuriositäten gab. So verehrten die Menschen bis weit ins 19. Jahrhundert noch der Kot des Esels, auf dem Jesus in Jerusalem einritt. Gläubige ließen sich gar so weit manipulieren, dass sie den Atem und die Vorhaut Jesu oder Marias Muttermilch verehrten.

Aber wie es der Tierfilmer Sir David Frederick Attenborough einst sagte: „Die ganze Institution ist auf Mystik und das Stammesoberhaupt in seiner Hütte gebaut. Aber wenn je ein Mitglied des Stammes einen Blick in diese Hütte wirft, ist das ganze System dem Untergang geweiht.

Heute werden Reliquien auch online gehandelt. Da wechseln mitunter viele hundert Euro für einen winzigen Knochensplitter den Besitzer. Nach dem Kirchenrecht ist dies illegal, denn natürlich will sich der Vatikan nicht das Geschäft als Monopolist verderben lassen.

Legte der Priester nun ein Tuch auf solch heilige Knochen, wurde auch dieses heilig, nämlich eine Berührungsreliquie. Der mystische Heilige Gral ist die wohl bekannteste Berührungsreliquie, die seit vielen Jahrhunderten als heilig gilt. Aber auch das Turiner Grabtuch und das Schweißtuch der Veronika gehören in diesen Zusammenhang.

Noch heute ist es üblich, den Altar einer katholischen Kirche auf Reliquien zu errichten. Aber was geschieht auf der energetischen Ebene, wenn sich Gläubige in einem solch nekrophilen Feld bewegen? Wird nicht auch ihre Energie hinab, ins Reich der Toten, gezogen und für dunkle Mächte empfänglich gemacht?

Du hätst das für zu abstrus? Ich gebe dir zu bedenken: Wenn du nur das für wahr hältst, was deine physischen Augen wahrnehmen können, bleibt dir eine ganze Welt verborgen. Dann kann es sein, dass du ein hilfloser Spielball von Mächten wirst, denen deine Seele nicht gewachsen ist. Aber das habe ich ausführlich im zweiten Band  meines Buches thematisiert.

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