Unser schö­ner Wald

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In allen Medi­en hörst du es, liest du davon, und du siehst es. Es gibt Besich­ti­gun­gen, Rund­fahr­ten und Rund­flü­ge, aber was wird getan? Von Forst­äm­tern hörst du nur noch erschre­cken­de Mel­dun­gen. Die Hor­ror­vi­si­on stellt dich vor die Fra­ge: “Was ist los? Was geht vor im deut­schen Wald?

Als Spa­zier­gän­ger stößt du plötz­lich sel­ber drauf, was im Fern­se­her gezeigt wur­de, oder wor­über du in der ört­li­chen Zei­tung gele­sen hast. Da siehst du nun mit eige­nen Augen die abge­stor­be­nen Fich­ten und Tan­nen, und du fragst dich ´War­um?´

Hier soll es sich um Luft­ver­schmut­zung und “Um”-weltverseuchung han­deln. Aber was Genau­es weiß nie­mand. Man könn­te dies, man könn­te aber auch das dage­gen tun. Aber im Gro­ßen und Gan­zen sind alle Exper­ten ratlos.

Da gehst du als Spa­zier­gän­ger — viel­leicht mit dei­nem ange­lein­ten Hun­de­kum­pel — durch dei­nen Wald und denkst dir: ´Die sol­len nur so wei­ter­ma­chen. Die nächs­ten Genera­tio­nen wer­den den Wald dann nur noch aus Mär­chen­bü­chern kön­nen. Sie wer­den die Tie­re und Pil­ze nur noch vom Erzäh­len oder aus der Fach­li­te­ra­tur ken­nen. Sie wer­den nicht wis­sen, wie es ein­mal war, als du in den Wald gingst, um dir wun­der­schö­ne Stein­pil­ze oder ein paar Holz­schei­te für den Ofen zu holen. Sie kön­nen sich nicht vor­stel­len, wie es ist, Rehe und Hasen zu beobachten.

Da du dei­nen Wald liebst, tut es dir in der See­le weh,  was du siehst und erlebst. Da wird mit schwe­rem Gerät der Wald­bo­den auf­ge­ris­sen und zer­wühlt, weil man mehr Holz für den Bau braucht oder einen neu­en Wan­der­weg oder eine neue Fuh­re baut. Hecken und Büsche, Hei­del­bee­ren- und Prei­sel­beer­kraut, alles wird kaputt gewalzt. Alte Pilz­stel­len, Ver­ste­cke und Nes­ter der Tie­re: Alles wird umge­nie­tet ohne Rück­sicht auf Verluste!

Ja, im Ernst jetzt aber mal: Ist die­ses kurz­sich­ti­ge Raub­tier namens Homo sapi­ens sapi­ens (lat.: “ver­nünf­tig” … Iro­nie off!) eigent­lich allein hier auf dem Planeten ??

Der Wald lei­det unter
dem Menschen

Tras­sen für Maschi­nen wer­den durch den Wald gelegt,. Egal, ob auf dem ehe­mals idyl­li­schen Wald­weg Pil­ze oder sel­te­ne Pflan­zen wuch­sen, oder auch ganz sel­te­ne wie der Son­nen­tau. Der Weg wird auch gleich auf vier Meter  ver­brei­tert mit Abwas­ser­gra­ben, damit es sich für die Rau­pe auch lohnt. Ist ja egal, wenn wie­der ein Bio­top ver­schwin­det wie so vie­le Pflan­zen und Tie­re, die es  nicht mehr gibt.

Neben­bei über­sieht man auch, den Schnee­bruch der letz­ten Jah­re aus dem Wald zu holen und wie­der  auf­zu­fors­ten, weil das eben eine Men­ge Arbeit und Kos­ten mit sich bringt. Aber das ist dann auch schon egal. Nur, dass der Bor­ken­kä­fer Hekt­ar für Hekt­ar gan­ze Arbeit leis­tet, das merkt offen­sicht­lich nie­mand. Und wenn doch, dann zählt das eben mit in die Rubrik “Wald­ster­ben”. Eben­so geht es mit den Manö­ver­schä­den, wenn das Mili­tär ein­mal wie­der eine Übung im Wald hält.

Als Spa­zier­gän­ger denkst du dir dei­nen Teil und fluchst still in dich hin­ein. Aber du wirst jäh aus dei­nen Gedan­ken geris­sen, als Jugend­li­che auf Gelän­de­ma­schi­nen durch den Wald don­nern und bren­nen­de Ziga­ret­ten auf den aus­ge­dörr­ten Wald­bo­den wer­fen. Beim Wei­ter­ge­hen siehst du, dass durch den Wald eine neue Stra­ße gelegt wird. Mit­ten durch dei­nen Wald!

In Gedan­ken siehst du die über­fah­re­nen Tie­re auf dem Asphalt, weil kei­ner bereit ist ein wenig vom Gas run­ter zu gehen … oder wie in all den Jah­ren davor einen klei­nen Umweg zu fah­ren. Auch das gehört in die Rubrik “Wald­ster­ben”! Abends in dei­nem Stamm­tisch hörst du: ´So schlimm ist das alles doch gar nicht, es wird nur künst­lich auf­ge­bauscht. Das ist nur roman­ti­scher Quatsch von unver­bes­ser­li­chen  Träumern´.

Und plötz­lich schmeckt dir dein Bier nicht mehr, und es kriecht hilf­lo­se Wut in dir hoch. Du könn­test die­se Men­schen nicht ein­mal in den Wald schi­cken, um nach­zu­se­hen, weil sie die Schä­den nicht sehen, nicht sehen wol­len oder immer eine Erklä­rung finden.

Kann es nicht viel­leicht sein, dass eine sol­che Anschau­ung aus dem künst­li­chen Kon­strukt des Ego stammt?

Sieh dir auch das an, wenn du schon mal hier bist:

waldkapelle

 

 

 

 

Bild­quel­le

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